Startseite
 

Fragen und Antworten (FAQ’s) zur Blutegeltherapie

  [Search] Suche   [Recent Topics] Neueste Themen   [Hottest Topics] Hottest Topics   [Members]  Mitgliederliste   [Groups] Zurück zur Startseite 
[Register] Registrieren / 
[Login] Anmelden 
 
Gesendete Beiträge von: Aurich
Forum-Index » Profil für Aurich » Gesendete Beiträge von Aurich
Autor Beitrag
der nachfolgende Link macht sehr deutlich, welche Probleme beim Aussetzen von Blutegeln auf die Blutegeltherapie zukommen können.......
http://vorarlberg.orf.at/radio/stories/2506001/
Sehr geehrte ForumteilnehmerIn,

das aktuelle Strandardwerk zur Blutegeltherapie wird im HAUG-Verlag von Prof. Dr. Michalsen und Dr. Roth herausgegeben. Darin werden für diverse Indikationen auch die Ansatzstellen genannt bzw. bildlich dargestellt. Dies betrifft aber nur einige der über 30 Blutegelindikationen im Humanbereich. Leider gibt es bisher kein Kompendium, in dem alle möglichen Indikationen umfassend beschrieben werden. Wir nehmen als Biebertaler Bliutegelzucht in unsere Arbeitsagenda dieses Thema auf. Vielleicht kann man ja über bildliche Darstellungen der Ansatzstellen für die einzelnen Indikationen zugig eine praktische Hilfestellung für Therapeuten entwickeln.

Herzlichen Dank für Ihre interessante Anfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Aurich
Bei Tieren sind die Blutegel manchmal etwas wählerisch. Deshalb empfiehlt sich ca. die doppelte Anzahl, die angesetzt werden sollen, für eine Behandlung bereit zu halten.
Aus Beobachtungen heraus kann hat man festgestellt, dass die Nachblutungen bei Tieren oft deutlich kürzer sind als bei Menschen. Nach 4 bis 6 Std. steht die Blutung, Ausnahmen gibt es jedoch.
Das hängt ganz vom Indikationsgebiet ab, der Größe des Tieres und dem Erfolg der ersten Behandlungen. I.d.R. kann man die Behandlung nach 3 bis 5 Tagen wiederholen, hat sich spätesten nach der zweiten Behandlung kein Erfolg eingestellt, empfiehlt es sich nicht damit fortzufahren. Hier sei nochmals erwähnt, dass die Blutegelbehandlung nur einem erfahrenen Therapeuten zu überlassen ist.
Sowohl Klein- als auch Großtiere haben mit der Blutegelbehandlung kein Problem. Man geht davon aus, dass das Tier den Blutegelbiss als etwas Natürliches akzeptiert.
Die Größe und Menge richtet sich nach dem Gewicht und damit der damit vorhanden Blutmenge des Patienten. Deshalb sollte man nur dem ausgebildeten und erfahrenen Therapeuten eine Behandlung überlassen.
In der Kleintierpraxis empfiehlt es sich schon aus hygienischen Gründen das Tier zu verbinden. Beim Großtier ist es i.d.R. nicht realisierbar. Da die Nachblutungen verhältnismäßig schwach sind, ist bei anschließender Beobachtung nicht mit Komplikationen zu rechnen.
Die zu behandelnde Stelle sollte restlos von Haaren zu befreit werden, der kleinste Haarstummel kann Grund dafür sein, dass die Blutegel nicht beißen.
Das Problem tritt vorwiegend im Winter in der Großtierpraxis auf. Die sicherste Methode ist eine Infrarotlampe einzusetzen und zwar so lange wie die Blutegel im Einsatz sind. Zugluft sollte trotzdem vermieden werden. Zuvor ist die zu behandelnde Stelle mit durchblutungsfördernden Maßnahmen zu behandeln. Hierzu zählen hydrotherapeutische Anwendungen (z.B. warmes Wasser, heiße Rolle, rubbeln, anhauchen usw.
In jedem Fall, um ggf. eine Anämie zu erkennen oder generell anhand des roten Blutbildes und Eisens die Menge der anzusetzenden Blutegel festzulegen. Immerhin kann der Blutverlust pro Egel bis zu 40ml betragen
Ja, Salicylsäurepräparate müssen allerdings drei Tage vor der Behandlung abgesetzt werden und dürfen erst am zweiten Tag nach der Behandlung wieder eingenommen werden. Zur Absetzung unbedingt Rücksprache mit dem Hausarzt halten.
Bei sachgemäßer Anwendung ist eine prinzipiell mögliche, lokale Infektion mit dem Blutegelsymbionten Aeromonas sp. selten (Primärinfektion) und in der Regel unproblematisch. Um dies zu vermeiden sollte der Egel nicht gequetscht oder auf andere Weise zum Erbrechen gebracht werden (z. B. Aufbringen von zuviel Salz , um ihn zur Ablösung zu bringen). In seltenen Fällen kann es zu Infektion durch Fremdbakterien (Sekundärinfektion) kommen, die sich auf der Haut des Egels befinden, wenn diese unter ungünstigen Bedingungen längere Zeit zwischen gehalten oder vor der Behandlung nicht gewaschen wurden. Manchmal kann es zu nachträglichen Sekundärinfektionen durch den Eintrag von Fremdbakterien durch Kratzen an den Bisswunden kommen. Maßnahmen: Rivanolbäder®, ggf. Antibiotika „Cefalosporine der dritten Generation“.
Es bleiben kleine Narben, die vom Hauttyp abhängig spätestens nach ca. 6 Monaten weitgehend unsichtbar sind.
Kleinflächige, dauerhafte Depigmentierungen an der unmittelbaren Bissstelle können zurückbleiben, bei Keloidneigung auch Keloide. Oft hilft Keloid-Gel /Wala®. Der Behandler muß die Patienten im Vorfeld diesbezüglich aufklären. Vorsicht bei Behandlung im Gesichtsbereich.
 
Forum-Index » Profil für Aurich » Gesendete Beiträge von Aurich
Gehe zu:   
Powered by JForum 2.1.9 © JForum Team