EIN TIER HEILT: DER MEDIZINISCHE BLUTEGEL
Tiertherapeuten haben es in der Regel mit Tieren als Patienten zu tun. Tiere können aber auch Assistenten bei Therapien sein, wie zum Beispiel der medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis oder Hirudo medicinalis officinalis = Hirudo verbana oder ungarischer Blutegel).
Einsatzgebiete in der Tierheilpraxis sind z.B. bei Pferden akute Erkrankungen wie Hufrehe, traumatisch bedingte Arthritis und Sehnenentzündung, Arthrose, Nackenbeule, bei Hunden Arthrose, Hüftgelenkdysplasie, akute Discopathie etc.. Eine besondere Technik ist die "Hirudinopunktur", bei der Blutegel auf spezielle Akupunkte gesetzt werden; hierüber wurde in den ATM-Nachrichten, Ausgabe 1/95, berichtet. Erwähnenswert ist die Studie von Michalsen et.al. über die heilsame Wirkung von Blutegeln bei Kniegelenksarthrose beim Mensch von 2003.
Da viele Therapeuten in der Praxis schon den oft erstaunlichen Nutzen dieser Ringelwürmer (Annelida, nächster Verwandter = Regenwurm) erlebt haben, wächst auch ihr Interesse an diesen archaischen Tieren, die mit ihren 5 Augenpaaren auf weit mehr als 650 000 000 Jahre erfolgreicher Innovationen zurückblicken können. Das wachsende Interesse gilt, neben den Indikationen, den biologischen Grundlagen ihrer medizinischen Wirkung, ihrer allgemeinen Biologie, der Aufzucht und Hälterung, der Hygiene etc.
Wenn sie auch archaisch erscheinen mögen: sie waren bis heute sehr erfolgreich mit ihrem insgeheim ständig verbesserten biologischen Equipment, und gerade diese evolutiven Verfeinerungen waren es, die sie manchmal an den Rand der Ausrottung brachten. Biologisch gesehen waren sie mit dem, was sie für ihr Auskommen zu geben hatten, immer up-to-date.
Heute, da Technik das Bild der Medizin zu beherrschen droht, erscheint es vielen Therapeuten, als sei die Anwendung von Blutegeln ein irrationaler Rückfall ins Mittelalter, Aberglaube, Scharlatanerie. Man vergißt dabei offenbar, dass die raffiniertesten technischen und chemischen Errungenschaften aus der Natur stammen, woraus z.B. die Bionik und die Arzneimittelhersteller (s. Penicillin et al!) ihr know-how schöpfen. Ein schönes Beispiel für natürlich-raffinierte Technik ist z.B. die Struktur und Funktion der Kieferleiste der Egel (s. S. Wirksubstanzen).
Wenn auch das Bild der Blutegel immer noch bei manchen Menschen (Egel kommt übrigens nicht von Ekel sondern von "echis"= kleine Schlange (griech.)) von archaischen Vorurteilen geprägt ist, die Wirksamkeit bei verschiedenen Indikationen ist in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen zweifelsfrei dokumentiert. Außerdem gehören Blutegel zu den ältesten Heilmitteln, die wir kennen, so dass ein immenses Erfahrungswissen besteht. (Die pharmazeutische Bedeutung des Blutegelspeichels dürfte auch alleine schon aus der Tatsache hervorgehen, dass die Pharmaindustrie ein erhebliches Interesse daran hat, und hierfür einiges investiert - leider auch an den tierischen Ressourcen.).
Die grundsätzliche Doppelwirkung des Blutegelbisses - gleichzeitig Injektion von heilsamen (z.B. gerinnungshemmenden) Substanzen und Absaugen von dadurch etwa verflüssigten Thromben - hat ihm 1987 in der rekonstruktiven Chirurgie der Humanmedizin einen zusätzlichen Schub in seinem Comeback verholfen: In diesem Jahr führte der Chirurg Professor J. Upton Blutegel wieder in die rekonstruktive Chirurgie ein, und rettete damit z.B. das vollständig abgerissene Ohr eines kleinen Jungen. Das wollte nämlich nach einer zunächst erfolgreichen Replantation infolge der Bildung von Thrombosen nicht wieder anwachsen: die Blutgefäße und Kapillaren der gegenüberliegenden Hautlappen konnten sich nicht zu einem funktionierenden Kreislauf zusammenschließen.
Exemplarisch läßt sich an diesem Beispiel schildern, wie sich der mikrochirurgische Eingriff vollzieht: Nach dem Ansetzen von Blutegeln an der thrombosenreichen Stelle "sägt" der Blutegel die Haut fast schmerzfrei mercedessternartig auf. Dazu steht ihm ein von der Evolution geradezu "genial" konstruiertes Instrumentarium zur Verfügung, sein Beißapparat am Mundsaugnapf (s. S. Wirksubstanzen) . Währenddessen erfolgt schon die Injektion des Wirkstoffcocktails (=SALIVA=Blutegelspeichel) durch die interdentalen Öffnungen (s. S. Wirksubstanzen) und das Absaugen des verflüssigten Blutes. Die freigelegten kleinen Gefäße und Kapillaren konnten anastomosieren, das Ohr wuchs wieder an und der Blutegel hatte seine Approbation zurück.
Von der Zusammensetzung der SALIVA und den weiteren Wirkungen hier eine kurze Zusammenfassung: Im Prinzip gibt es keinen Unterschied zwischen dem therapeutischen Einsatz von Blutegeln bei Menschen oder bei Tieren. Im Grunde resultiert der Erfolg - je nach Indikation in unterschiedlichem Verhältnis - sowohl aus Aderlaß und Absaugen als auch der Wirkung des Substanzcocktails, der in die vom Blutegel gesetzte, sternförmige Wunde abgegeben wird. Drei halblinsenförmige Kieferleisten, apikal jeweils mit ca. 80 Kalkzähnchen (s.S. Wirksubstanzen) besetzt, sägen konzentrisch angeordnete Schlitze in die Haut. Zwischen den Kalkzähnchen münden die Kanäle der separaten Speichelzellen (s.S. Wirksubstanzen). Die Sekrete der Speichelzellen werden so durch die Sägebewegung sehr effizient immer tiefer in die Hautschichten eingerieben, ohne dass nennenswerte Schmerzen auftreten. Ob diese relative Schmerzfreiheit die Folge eines Anästhetikums im Speichel ist, ist umstritten. Die Wirkung der eingebrachten Substanzen ist vielfältig. Der bekannteste Wirkstoff ist das HIRUDIN. Hirudin bewirkt eine schnelle Gerinnungshemmung des Blutes, indem es das für die Gerinnung nötige Thrombin inaktiviert. Dieser schnellen Gerinnungshemmung folgt die ca. 12 Stunden dauernde Hemmwirkung des CALINs auf den Verschluß der Wunde, Ursache für die lange Nachblutung. In der Anfangsphase bereitet die HYALURONIDASE (aufgrund der Wirkung auch als "spreading factor" oder unter dem Warenzeichen "Orgelase" bekannt) im Interstitium mucolytisch den Weg für weitere Substanzen vor. Infolge der schleimlösenden Eigenschaften der Hyaluronidase werden auch antibiotische Eigenschaften vermutet (Schleimkapseln von Bakterien können angegriffen werden), die aber nicht erwiesen sind. Die nun ins Gewebe folgenden Wirkstoffe sind die EGLINE a,b,c, die sowohl an der Gerinnungs-, Elastase- wie auch an einer Entzündungshemmung Anteil haben. BDELLINE, APYRASE und KOLLAGENASE spielen spezifische Rollen in der Gerinnungshemmung, eine histaminähnliche Substanz wirkt gefäßerweiternd. Es gibt noch eine Reihe weiterer Substanzen, deren Wirkmechanismen noch unzulänglich bekannt sind und wahrscheinlich wird es noch Neuentdeckungen geben.
Es irritiert bei einer ersten Begegnung irgendwie, dass Blutegel überhaupt zur Bildung dieser heilenden Substanzen und Wirkungen befähigt sind - denn, was haben sie davon? Interessant sind in diesem Zusammenhang folgende Äußerungen: ein Grieche, ein Inder und ein Türke berichteten mir unabhängig voneinander, dass kranke Tiere (z.B. Rinder) in ihrer Heimat bevorzugt blutegelreiche Gewässer aufsuchen - um sich zu heilen? Spielten und spielen Blutegel vielleicht schon lange bevor Menschen die Erde unsicher machten die Rolle eines Heilers in der Natur? Völlig abwegig ist das nicht, denn von Affen weiß man z.B., dass sie zur Eigenbehandlung Heilkräuter verwenden, und auch bei Hunden ist dieses Phänomen nicht unbekannt. Die stammesgeschichtlich sehr alten Blutegel (vor ca. 450 Millionen Jahren verlieren sich ihre Spuren in der Geschichte) haben also schon eine sehr lange Tradition mit Tieren, sehr spät erst vervollständigte Homo sapiens vor ca. 2 000 000 Jahren das Ensemble, Blutegel wußten im Prinzip schon, wie sie mit ihnen umzugehen hatten. Die in der Evolution bestimmender werdenden Säugetiere waren und sind für Hirudo relativ schwer verfügbar - und nun hatten sich Blutegel an sie gewöhnt. Unter anderem die Säugetiere hatten das Wasser und zunehmend auch die unmittelbare Nähe von Gewässern verlassen, worauf Blutegel wiederum weitgehend angewiesen sind. So mußten die Egel immer schneller und effizienter ihre Blutmahlzeit aufnehmen, um nicht später irgendwo an Land zu vertrocknen. Außerdem mußten sie sich "Sorgen" um die seltener anzutreffenden Reserven machen: um diese kostbarer werdenden Ressourcen nicht zu verlieren taten sie das, was jeder kluge Parasit anstreben sollte: sie ließen sich von der Evolution zu Strategien verhelfen, die den Opfern nicht schadeten sondern sie förderten. Die Opfer - die damit quasi zu Patienten wurden - sollten nicht krank von Biß und Aderlaß werden, sie sollten eher gesunden, wenigstens aber nicht tot umfallen.
Gegenseitiger Nutzen, Blut gegen Heilung, war der kluge Schachzug der Natur, so dass die Tiere incl. Homo sapiens ggf. wegen heilender Eigenschaften sogar "gerne", wenigstens aber "vorbehaltlos" zurückkamen:
Die Speicheldrüsen sind z.B. nachweislich keimfrei, auch wenn Blutegel Parasiten im Darm tragen sollten - selbst die hochinfektiösen Milzbranderreger im Intestinum der Blutegel bewirken bei fachgerechtem Gebrauch keine Infektionen bei anderen Tieren, wie Versuche zeigten (Bottenberg, 1983). Egline z.B. wirken darüberhinaus entzündungshemmend. Gesundheitliche Effizienz wäre auch etwa eine Erklärung für das Phänomen des bis zu 12 h und mehr andauernden Nachblutens mit Hilfe einer eigens dafür "erfundenen" Substanz, dem Calin (s.o.): die Wunde wird so von Sekundärinfektionen gereinigt und bewirkt darüber hinaus einen sanften Aderlaß! Weitere Aspekte des breiten Wirkungsspektrums wurden bereits angedeutet.
In der modernen Ökologie heißt das Prinzip gegenseitiger Förderung "nachhaltige Nutzung", die Strategie, mit der auch wir mit unseren knapper werdenden Ressourcen verfahren sollten - und sind Blutegel dafür nicht ein schönes Symbol?
Dieser wertvollen Art wollen wir in unserer Zuchtanlage (s.S. Egels Zuhause ) trotz therapeutischer und pharmazeutischer Nutzung eine dauerhafte Existenz ermöglichen - im letzten Jahrhundert wurden sie infolge einer Übernutzung ("Vampyrismus": bis zu 100 Egel wurden einem Menschen angesetzt!!) fast ausgerottet. Hinzu kamen ökologische Veränderungen, z.B. die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die die Art weiter reduzierten. Wir, die Biebertaler Blutegelzucht GmbH, züchten also Blutegel, verkaufen aber auch Importe ( mind. 6 Monate Zwischenhälterung=Kulturegel).
Blutegel leben in einem "Zuhause", in dem sie sich wohlfühlen, wo das ökologische Ambiente stimmt, in reinstem, entkeimtem Bachwasser, das auch sonst noch vielfältig vorbehandelt ist. Nur so bleiben sie so gesund und vital, um therapeutisch wirksam zu sein.
Unser Fernziel ist eine autarke Zucht, wofür aber noch eine Reihe von Hindernissen zu überwinden sind. So ist z.B. ihre Fütterung (hierzu wird Blut von kontrolliert biologisch gehaltenen Schweinen verwendet) höchst schwierig, u.a. deswegen, weil Blutegel auch mehr oder weniger kannibalische Verhaltensweisen zeigen. Unsere z.Zt. rd. 40 Teiche (die zur Autarkie noch um ein Vielfaches vermehrt werden müssen) sind in einem Gewächshaus untergebracht. Dort leben die Egel mit Tieren und Pflanzen zusammen, die auch in ihrem natürlichen Biotop vorkommen. Auch die dauernd überwachten chemischen und physikalischen Parameter stimmen. Die hierdurch hergestellten "Gleichgewichte der Kräfte" verhindern das Überhandnehmen, z.B. einer Bakterienart, wie unsere regelmäßigen, von einem unabhängigen Institut durchgeführten mikrobiologischen Untersuchungen belegen. Die Zuchttiere wachsen 2-3 Jahre bei uns auf, nachdem sie ihre am Ufer abgelegten Kokons verlassen haben. Sie werden mit einem Gewicht von 0,8-4 g verkauft (wir liefern aber auf Wunsch auch kleinere und größere). Selbstverständlich sind die gezüchteten Tiere teurer als die importierten, pro 10 Tiere gibt es einen Naturalrabatt von einem Tier (maximal 30); Preisstaffelungen bei den Kulturegeln sind selbstverständlich, hinzu kommen Versand und Verpackung. Sie treten ihre Reise zu Ihnen in feuchten, von Schaumstoff oder Wasserfarn umgebenen Leinbeuteln in Styropurboxen an und erreichen Sie 1-2 Tage nach Ihrer Bestellung.
Danach sollten die Tiere gut gewaschen und in chlorfreiem, kalkarmen Wasser mit einigen Steinen und Pflanzen (zur Hilfe bei ihren relativ häufigen Häutungen) vorgehältert werden; wichtig ist ein dichter Verschluß des Hälterungsgefäßes - Blutegel machen sich gern "dünne". Wir haben eigens mit einem Töpfer zusammen ein solches tönernes Hälterungsgefäß entwickelt (s.S. Egelshop), das den - je nach Anzahl der Blutegel und Wetterlage - täglichen Wasserwechsel erheblich erleichtert und auch sonst noch eine Reihe von Vorteilen bietet. Möglich ist aber auch die Hälterung in Weckgläsern etc. Ein hoher Sauerstoffgehalt des Wassers ist nicht so bedeutsam für Egel, wie man erwarten könnte: die Tiere können sogar zur Not auf anaerobe Atmung umschalten.
Einige Hinweise und Tips:
1. Es darf zu keinem Kontakt des Patientenblutes mit dem Darminhalt des Egels kommen.
Blutegel besitzen im Intestinum einen unverzichtbaren Symbionten, das Bakterium Aeromonas hydrophila. Dieses sonst auch ubiquitär vorkommende Bakterium ist an sich harmlos. Wenn es allerdings etwa beim Erbrechen des Bluegels - z.B. beim Quetschen oder Zugabe von zuviel Salz zum vorzeitigen Ablösen - zum Kontakt des Patientenblutes mit dem Darm-oder Mageninhalt des Egels kommt, können - insbesondere bei immunschwachen Tieren - Infektionen auftreten, die in der Regel harmlos verlaufen. Da die Tiere gemeinsam in Stoffbeutel verpackt werden, lassen sich Kontaminationen der Oberfläche anderer Egel mit Aeromonas hydrophila nicht vermeiden. Die Blutegel sollten nach Ankunft also gut gewaschen und - wenn dies möglich ist - mindestens ca. 24 h in sauberem, chlorfreiem und kalkarmen Wasser gehältert werden, um sich vom "Versendungsstress" zu erholen. Steine und Pflanzen im Behältnis eignen sich als Hilfe zum Abstreifen der zarten Häute, was etwa alle 2-4 Tage erfolgt. Das wirkt wie das Wechseln kontaminierter Kleidung.
Aeromonas hydrophila hat auch positive Seiten: es stärkt die Immunabwehr und um Konkurrenten einzuschränken produziert es ein Antibiotikum. Antibiotische Wirkungen werden auch in den Substanzen des Speichels (Hyaluronidase) vermutet, in dem übrigens noch nie Keime nachgewiesen wurden.
2. Blutegel dürfen nur einmal verwendet werden.
Vorbeugend dürfen Blutegel nur einmal verwendet werden. Wir beachten diese Regel selbstverständlich und unsere Händler bestätigen, dass die Tiere keine Krankheiten tragen. Es lohnt sich auch nicht, Blutegel zu einer weiteren Verwendung am gleichen Tier aufzuheben: der Aufwand hierfür ist relativ groß.
3. Säubern und Bedecken der gesetzten Wunde.
Die voraussichtliche Bißstelle sollte ggf. rasiert und mit klarem Wasser gereinigt werden, bei Kälte empfiehlt sich hierfür warmes Wasser. Die Temperatursensoren der Blutegel registrieren die optimale Bißtemperatur, danach richtet sich auch ihre Bißfreudigkeit. Da sie Warmblüter bevorzugen, meiden sie eher kalte Hautpartien. Nach dem Biß blutet die Wunde bis zu 12 h nach. Dies wäscht Sekundärkeime aus. Trotzdem sollte die Wunde gut abgedeckt werden, dass gar nicht erst fremde Keime an die Wunde gelangen können. Außerdem saugt ein guter Verband das nachfließende Blut auf. Tierheilpraktikerin Silke Mai (schriftl. Mitteilung) empfiehlt, a. vor dem Ansetzen die voraussichtliche Bißstelle mit einem Frotteetuch zur Erwärmung zu reiben b. die Wunde nicht gleich nach dem Abfallen zu verbinden sondern mind. 30 min unbedeckt zu halten und mit einem feuchten Tuch abzureiben. Hierdurch könne das Blut, das in der ersten Stunde am stärksten fließt, noch besser abfließen, Juckreiz und Entzündung würde sich verringern, die therapeutische Wirkung sich verstärken. Außerdem rät sie, keine Watte auf die Wunde zu legen sondern sterile Kompressen.
Ein Blutegel saugt, je nach Größe, 2-50 ml Blut, durch die Wunde fließt etwa die gleiche Menge beim Nachbluten ab. Infolge der ziehharmonikaartig gefalteten Haut ist der Egel in der Lage das 6-10-fache seines Volumens aufzunehmen.
Zum Schluß noch eine interessante wissenschaftliche Neuentdeckung: Neuronen von Blutegeln wurden in Computerschaltkreise integriert: sie waren zur Bewältigung einfacher Rechenaufgaben in der Lage. Und: die Beschränkung auf diese Fähigkeit lag nur an der Versuchsanordnung - man erwartet in der Zukunft noch Überraschendes. Ist das nun ein Triumph der Natur oder der Technik, und, trotz der Faszination, die von solchen Ergebnissen ausgeht: welche Natur-Technik-Chimären stehen uns noch ins Haus?!
Hinweise der Biebertaler Blutegelzucht GmbH:
Wir veranstalten auch Anfänger- und Fortgeschrittenen-Seminare für Human- und Tiertherapeuten, siehe unter Seminare.
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Verfasser:
Dr. Manfred Roth
Biebertaler Blutegelzucht GmbH
Talweg 31
35444 Biebertal
Tel: 06409/6614070
Fax: 06409/6614075
E-mail: blutegel@blutegel.de
Internet: http://www.blutegel.de
Literatur:
Bottenberg, Heinz: Die Blutegelbehandlung, 223 S., Hippokrates Verlag GmbH, Stuttgart, 1983, vergriffen
Herter, K..: Der medizinische Blutegel 199 S., A. Ziemsen Verlag, Wittenberg, 1968
Kraemer B.A. et al, Use of Leeches in Plastic and Reconstructive Surgery: A Review, Journal of reconcstructive microsurgery, 1988 4(5), 381-386
Mai, Silke: schriftl. Mitteilung, 1997
Michalsen A, Klotz S, Ludtke R, Moebus S, Spahn G, Dobos GJ.
Effectiveness of leech therapy in osteoarthritis of the knee: a randomized, controlled trial.
Ann Intern Med. 2003 Nov 4;139(9):I22.
Müller, Ingo: Die Blutegelbehandlung, 428 S., HAUG Verlag, 2000
Pukovnik, Peter: Blutegel-Therapie, Den Körper entgiften 96 S., Südwest-Verlag, 1998, vergriffen
Renner, M.: Kükenthals Leitfaden für das zoologische Praktikum, 1984, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, New York, 19. Auflage
Sawyer, R.T.: Leech Biology and Behaviour, Clarendon Press, London, 1986
Upton, Joseph: Leeches, Plast. Reconstr. Surgery, 1987, 79, 311
Kniegelenksarthrose beim "Tier Mensch"
Ann Intern Med. 2003 Nov 4;139(9):724-30. Related Articles, Links
Comment in:
Ann Intern Med. 2003 Nov 4;139(9):781-3.
Ann Intern Med. 2003 Nov 4;139(9):I22.
Effectiveness of leech therapy in osteoarthritis of the knee: a randomized, controlled trial.
Michalsen A, Klotz S, Ludtke R, Moebus S, Spahn G, Dobos GJ.
Kliniken Essen-Mitte, Academic Teaching Hospital of the University of Duisburg-Essen, Karl and Veronica Carstens Foundation, and Institute for Medical Informatics, Biometry and Epidemiology, University of Duisburg-Essen, Essen, Germany.
BACKGROUND: Leech therapy was commonly used in traditional medicine for treating localized pain. Clinically significant pain relief after leech therapy for osteoarthritis of the knee has been demonstrated by preliminary data. OBJECTIVE: To evaluate the effectiveness of leech therapy for symptomatic relief of osteoarthritis of the knee. DESIGN: Randomized, controlled trial. SETTING: Outpatient department for integrative medicine of an academic teaching hospital. PATIENTS: 51 patients with osteoarthritis of the knee (leech therapy: 24 patients, mean age [+/-SD], 62.5 +/- 10.2 years; topical diclofenac therapy: 27 patients, mean age [+/-SD], 65.5 +/- 6.7 years). INTERVENTION: A single treatment with 4 to 6 locally applied leeches (leech therapy group) or a 28-day topical diclofenac regimen (control group). MEASUREMENTS: Mean of the pain, function, and stiffness subscores of the Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index and physical sum score of the Medical Outcomes Study 36-Item Short-Form Health Survey with group comparisons at days 3, 7, 28, and 91. RESULTS: The primary end point, pain at day 7, was reduced from a mean (+/-SD) of 53.5 +/- 13.7 to 19.3 +/- 12.2 after leech therapy compared with 51.5 +/- 16.8 to 42.4 +/- 19.7 with topical diclofenac (estimated group difference, -23.9 [95% CI, -32.8 to -15.1]; P < 0.001). Although the difference between group pain scores was no longer significant after day 7, differences for function, stiffness, and total symptoms remained significant in favor of leech therapy until the end of study and for quality of life until day 28. Results were not affected by outcome expectation. CONCLUSIONS: Leech therapy helps relieve symptoms in patients with osteoarthritis of the knee. The potential of leech therapy for treating osteoarthritis and the pharmacologic properties of leech saliva remain to be clarified.
Publication Types:
Clinical Trial
Randomized Controlled Trial
PMID: 14597456 [PubMed - indexed for MEDLINE]
